Montag, 22. Oktober 2012

Trip zum Ayers Rock - Tag 1: Fahren

Am naechsten Morgen wurde unser kleiner Flitzer mit Zelt auf dem Dach in Empfang genommen. Noch schnell eingekauft und mit vollerVorfreude gings los auf den Highway.





Schon nach kurzem sah man nur das weite karge outback.

 


Ab und zu kam mal ein Roadtrain vorbei, ansonsten leere Strassen. Deshalb wurde ich auf dem Ruecksitz ganz schoen muede. Ok, auch so schlaf ich nach 10 Minuten in jeglichem Fahrzeug mit mindestens 4 Raedern ein. Vorher dirigierte ich sie noch einfach nur 200 km geradeaus fahren und danach rechts abzubiegen, wenn das Hinweisschild und die einzige Moeglichkeit, zum Abbiegen zum Ayers Rock kommt. So schwer kann das ja mal nicht sein...dachte ich...



 
Ohne jegliches Zeitgefuehl bin ich von Steves Freudenschreien aufgewacht: „yeah, yeah, wir haben die Grenze ueberquert, wir sind im Suedstaat!“. Was fuer eine Grenze haben wir ueberquert, fragte ich mich noch im Halbschlaf. Nichts weiter dabei gedacht, wurde gehalten und ein Foto bei der Grenzueberquerung geschossen.
 

Nachdem wir wieder eine Weile unterwegs im Auto waren und mir es schon ein bisschen spaet vorkam, fragte ich die Jungs, ob wir denn eigentlich schon abgebogen sind. „Was, wie abgebogen, nee wir haben keine Abzweigung oder ein Schild gesehen.“ Nach mehr als 4 Stunden Fahrt, haetten wir eigentlich schon da sein muessen. Als ich nach einer Weile wieder Handyempfang hatte, schaltete ich mein GPS ein und stellte fest: wir sind 250 km in die falsche Richtung gefahren!!!
Alle moeglichen Schilder hatten sie gesehen...

Kaenguruschild



Kamelschild


Nur nicht das 3 m grosse Schild mit den Worten „Uluru/Ayers Rock“. Umgedreht und gleiche Strecke zurueck. Als wir schliesslich an der Abbiegemoeglichkeit ankamen, stellten sie fest, dass wir dort auch noch getankt haben...naja...Da es mittlerweile daemmerte und wir nach 17 Uhr nicht mehr zwecks Wildunfaellen fahren durtfen, fragte ich den Tankwart, wo der naechste Campingplatz sei. 170 km in Richtung Ayers Rock meinte er, aber die Strasse sei ziemlich unsicher nachts, warnte er mich. Uns blieb aber gar nichts anderes ueberig, denn in der Wildnis wollten wir auch nicht gerade uebernachten. Also gings wieder auf den Highway mit sehr langsamer Geschwindigkeit. Jeder hatte seine Augen ganz weit aufgerissen und nach Kaengurus Ausschau gehalten. An dieser Stelle muss ich sagen, dass man hier im Zentrum von Australiens nicht die gewoehnlichen Wallabies findet, sondern die richtigen Kaengurus, die bis zu 2 m gross werden koennen und einen Menschen mit ihren kraeftigen Fuessen locker wegboxen koennen. Gerade noch rechtzeitig konnten wir einem mega Kaenguru von etwa 150 cm Groesse ausweichen. Wenn wir das erwischt haetten, dachten wir... Keine 2 Minuten spaeter rannte uns ein Kaenguru, das ploetlich aus dem Gebuesch sprang, in die Beifahrertuer. Nach langem und sehr kurvenhaltigem Bremsweg sind wir irgendwo auf der Strasse zum Stillstand gekommen. Nach erstem Schreck, wollten wir aussteigen und schauen, wie schlimm es das Auto getroffen hat. Doch die Beifahrertuer liess sich erst gar nicht oeffnen. Erster Gedanke: 500$ Deposit weg. Eine halbe Stunde lang haben wir nachts, umgeben von 10000 Insekten und Moskitos in the Middle of Nowhere auf dem 300 km leeren Highway versucht, die Tuer wieder gerade zu biegen. Immherhin 10 cm konnten wir sie jetzt schon weit aufmachen. Auch die Schrauben, die das Schutzblech ueber dem Reifen festhalten, hat es weggesprengt, sodass das Blech jetzt halb auf dem Reifen hing. Mit Schnuersenkel wurde es hochgebunden, bevor wir die Fahrt weitersetzten und nach weniger als 2 km Fahrt auf dem Campingplatz ankamen. Keiner hatte mehr jetzt Bock zu kochen, duschen, einfach irgendwas zu machen. 8 Uhr abends: Wie 3 Oelsardinen liegen wir nebeneinander im aufgebauten Zelt. 10 Minuten spaeter: Aiden:“ Ich hab Hunger!“. Alle ruhig. 15 Minuten spaeter: Aiden:“ Ich hab immer noch Hunger“. Kurz darauf: Steve:“ Man Aiden, jetzt hab ich auch Hunger! Kannst du nicht einfach ruhig sein?!“. Eine halbe Stunde lagen nun 3 hungrige Oelsardinen nebeneinander, aber keiner davon hatte Motivation etwas zu kochen, geschweige denn aus dem Zelt zu gehen und selbst von den Moskitos gefressen zu werden. Nach ein paar Stunden erzaehlen und ueber den Tag nachdenken, konnten wir nur noch ueber unsere Chaosfahrt lachen und bald einschlafen.

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