Schon nach kurzem sah man nur das weite karge outback.
Ab und zu kam mal ein Roadtrain vorbei, ansonsten leere
Strassen. Deshalb wurde ich auf dem Ruecksitz ganz schoen muede. Ok, auch so
schlaf ich nach 10 Minuten in jeglichem Fahrzeug mit mindestens 4 Raedern ein.
Vorher dirigierte ich sie noch einfach nur 200 km geradeaus fahren und danach
rechts abzubiegen, wenn das Hinweisschild und die einzige Moeglichkeit, zum
Abbiegen zum Ayers Rock kommt. So schwer kann das ja mal nicht sein...dachte
ich...
Ohne jegliches Zeitgefuehl bin ich von Steves
Freudenschreien aufgewacht: „yeah, yeah, wir haben die Grenze ueberquert, wir
sind im Suedstaat!“. Was fuer eine Grenze haben wir ueberquert, fragte ich mich
noch im Halbschlaf. Nichts weiter dabei gedacht, wurde gehalten und ein Foto
bei der Grenzueberquerung geschossen.
Nachdem wir wieder eine Weile unterwegs im Auto waren und
mir es schon ein bisschen spaet vorkam, fragte ich die Jungs, ob wir denn
eigentlich schon abgebogen sind. „Was, wie abgebogen, nee wir haben keine
Abzweigung oder ein Schild gesehen.“ Nach mehr als 4 Stunden Fahrt, haetten wir
eigentlich schon da sein muessen. Als ich nach einer Weile wieder Handyempfang
hatte, schaltete ich mein GPS ein und stellte fest: wir sind 250 km in die
falsche Richtung gefahren!!!
Alle moeglichen Schilder hatten sie gesehen...Kaenguruschild
Kamelschild
Nur nicht das 3 m grosse Schild mit den Worten „Uluru/Ayers
Rock“. Umgedreht und gleiche Strecke zurueck. Als wir schliesslich an der
Abbiegemoeglichkeit ankamen, stellten sie fest, dass wir dort auch noch getankt
haben...naja...Da es mittlerweile daemmerte und wir nach 17 Uhr nicht mehr
zwecks Wildunfaellen fahren durtfen, fragte ich den Tankwart, wo der naechste
Campingplatz sei. 170 km in Richtung Ayers Rock meinte er, aber die Strasse sei
ziemlich unsicher nachts, warnte er mich. Uns blieb aber gar nichts anderes
ueberig, denn in der Wildnis wollten wir auch nicht gerade uebernachten. Also
gings wieder auf den Highway mit sehr langsamer Geschwindigkeit. Jeder hatte
seine Augen ganz weit aufgerissen und nach Kaengurus Ausschau gehalten. An
dieser Stelle muss ich sagen, dass man hier im Zentrum von Australiens nicht
die gewoehnlichen Wallabies findet, sondern die richtigen Kaengurus, die bis zu
2 m gross werden koennen und einen Menschen mit ihren kraeftigen Fuessen locker
wegboxen koennen. Gerade noch rechtzeitig konnten wir einem mega Kaenguru von etwa
150 cm Groesse ausweichen. Wenn wir das erwischt haetten, dachten wir... Keine
2 Minuten spaeter rannte uns ein Kaenguru, das ploetlich aus dem Gebuesch sprang,
in die Beifahrertuer. Nach langem und sehr kurvenhaltigem Bremsweg sind wir
irgendwo auf der Strasse zum Stillstand gekommen. Nach erstem Schreck, wollten
wir aussteigen und schauen, wie schlimm es das Auto getroffen hat. Doch die
Beifahrertuer liess sich erst gar nicht oeffnen. Erster Gedanke: 500$ Deposit
weg. Eine halbe Stunde lang haben wir nachts, umgeben von 10000 Insekten und
Moskitos in the Middle of Nowhere auf dem 300 km leeren Highway versucht, die
Tuer wieder gerade zu biegen. Immherhin 10 cm konnten wir sie jetzt schon weit
aufmachen. Auch die Schrauben, die das Schutzblech ueber dem Reifen festhalten,
hat es weggesprengt, sodass das Blech jetzt halb auf dem Reifen hing. Mit
Schnuersenkel wurde es hochgebunden, bevor wir die Fahrt weitersetzten und nach
weniger als 2 km Fahrt auf dem Campingplatz ankamen. Keiner hatte mehr jetzt
Bock zu kochen, duschen, einfach irgendwas zu machen. 8 Uhr abends: Wie 3
Oelsardinen liegen wir nebeneinander im aufgebauten Zelt. 10 Minuten spaeter:
Aiden:“ Ich hab Hunger!“. Alle ruhig. 15 Minuten spaeter: Aiden:“ Ich hab immer
noch Hunger“. Kurz darauf: Steve:“ Man Aiden, jetzt hab ich auch Hunger! Kannst
du nicht einfach ruhig sein?!“. Eine halbe Stunde lagen nun 3 hungrige
Oelsardinen nebeneinander, aber keiner davon hatte Motivation etwas zu kochen,
geschweige denn aus dem Zelt zu gehen und selbst von den Moskitos gefressen zu
werden. Nach ein paar Stunden erzaehlen und ueber den Tag nachdenken, konnten
wir nur noch ueber unsere Chaosfahrt lachen und bald einschlafen.

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