Sonntag, 25. November 2012

3 Monate arbeiten am Great Barrier Reef

Die Erlenisse und Erfahrungen, die ich in den 4 Monaten in dem wunderschoenen Airlie Beach gemacht habe, lassen sich in einem Artikel eigentlich kaum zusammenfassen. Ich bemuehe mich jedoch, die wichtigsten und schoensten Geschehnisse, die ich in meinem Job erlebt habe, zu erzaehlen und in meinem naechsten Bericht ueber die Zeit neben meiner Arbeit zu schreiben.

In den ersten Wochen bin ich immer hoch motiviert die 20 Minuten um 6:30 Uhr oder noch frueher zur Arbeit gelaufen und habe den Weg entland am Strand und Hafen sehr genossen. Trozt dieser fruehen Uhrzeit – geschwitzt hab ich schon da, denn die Sonne hat schon frueh auf den Planeten gezinselt.

 
Nach den ersten zwei Monaten, hat es eines morgens ganz ueberraschend geregnet und ich kam mir vor wie in der Sauna auf dem Weg zur Arbeit. Am Hafen konnte ich dann einen schoenen Regenbogen sehen.


Als hier die saisonalen Fruechte reif waren, konnte ich auf dem Weg mein Fruehstueck auf dem Boden aufsammeln. Das war mit Abstand das je fruchtigste und suesseste Fruehstueck!
Nach wochenlangem zur Arbeit laufen, das bald zur morgendlichen Unmotivation gefuehrt hat, empfiehl mir Lauren, einer meiner Freundinnen, die auch Cruise Attendant ist, den fuer Crewmitglieder kostenlosen Bus zu nehmen. Eines Morgens, als ich schon spaet dran war, hielt gerade der Bus an der Haltestelle. Nicht lange zoegernd bin ich in den Bus gestiegen, um noch puenktlich zu kommen. Da in Airlie Beach eine Dauerbaustelle ist, konnte der Bus nur in die entgegengesetzte Richtung fahren. Nach einer Weile dachte ich mir, dass der Bus jetzt aber so langsam mal abbiegen muesste, da es schon kurz vor 7 war. Als dies aber nicht geschah und der Bus mittlerweile das naechste Dorf anfuhr, hab ich den Busfaherer gefragt, ob er denn nicht Abel Point Marina anfuehre. Nein, das sei der Bus nach Shute Harbour in die andere Richtung klaerte er mich auf und es gaebe leider keinen weiteren Stop bis zur Endhaltestelle. „Neeeein, das darf doch jetzt wohl nicht wahr sein“, dachte ich mir. 20 nach 7 und 20 Minuten zu spaet zur Arbeit kam ich in Shute Harbour an, wo ich feststellte, dass es in der naechsten Stunde keinen Bus zurueck gibt. Freundlicherweise hat der Busfahrer mit den Leuten am Hafen geredet und da Cruise Whitsundays auch den Faehrenverkehr betreibt, konnte ich in letzter Minute noch auf die Faehre springen, die die Gaeste fuer die Seaflight auf Long Island abholt und nach Hamilton Island bringt. Nachdem ich dieses Missgeschick am Telfon meiner Chefin gebeichtet hab und die meiner Cruise Directorin Bescheid gegeben hat, wollte ich einen klaren Kopf bekommen, indem ich mein Gesicht mit kaltem Wasser erfrischen wollte. Doch statt dem Wasserhahn, drehte ich die Dusche auf und damit war mein Morgen endgueltig von einer Pechstraehne gekennzeichnet. So richtig toll fuehlte ich mich dann, als ich mit den Passagieren an Bord ging und meine ganzen Kollegen ueber mich lachten. Wenigstens konnte ich dann ueber meinen misslungen Start in den Tag lachen. Nach diesem Erlebnis hat mir Lauren dann die richtige „Bushaltestelle“ gezeigt – eigentlich ja kaum zu uebersehen...
 
Die ersten paar Tage lief ich noch alleine abends an der Kueste zurueck und genoss es eigentlich sehr. Mit der Zeit jedoch war ich aber nach der Arbeit viel zu muede und so hat mich Dave, einer der Deckhands auf dem Boot abends immer mitgenommen. Mit Dave, und auch wenn er ungefaehr 20 Jahre aelter und selbst schon ein Kind hatte, konnte ich alle moeglichen Dummheiten machen, aber auch sehr ernste Gespraeche fuehren und er hat mir immer Tips gegeben und seine Hilfe angeboten. Wirklich toll, so einen Menschen kennnen gelernt zu haben.
Dieses Schoenheitsmerkmal entstand bei meiner Schicht an der Wasserrutsche, als sich ein kleines Maedchen auf halbem Wege entschied, lieber doch nicht runterzurutschen und stattdessen ihre Fuesse gegen die Rutsche presste und anfing zu weinen und schreien. Intuitiv lehnte ich mich mit ganzem Koerper und knallte gegen die Rutsche. Mein Fuss, der einzige Koerperteil, der noch auf festem Boden war, aber mit den Armen des Maedchens in den Haenden, zog ich sie dann auf der Rutsche liegend erfolgreich zurueck. Mein Geschenk des Dankes zeigte sich dann abends...
Richtig schoene Tage gab es aber auch. Ein Tag blieb mir besonders in Erinnerung, als das Wasser kilometerweit um die Pontoon still wie ein See war. Normalerweise muss ich mich durch den Wellengang auf der Hin- und Rueckfahrt um seekranke Passagiere kuemmern, als auch ihnen in das schaukelige Wasser an der Riffplatform helfen. Aber an diesem Tag wurde meine Hilfe kaum benoetigt und so konnte ich diesen Tag voller Sonne, Harmonie und Spass geniessen.
 
 


 
Auf dem Rueckweg passierten wir sogenannte „waterfalls“ vom Great Barrier Reef. Wenn Ebbe herrscht und die Korallen durch den starken Tidenhub aus dem Wasser ragen, fliesst das Wasser, das in dem Barrier Reef gehalten wird, dorthin wo das Niedrigwasser ist. (Vielleicht bisschen schwer vorzustellen, aber das Video macht es klar: http://www.youtube.com/watch?v=GUWBbYqwJ_E)


Die ganze Crew ausser der Skipper war draussen mit den Gaesten und hat die Aussicht genossen. Ein wirklich einzigartig schoener Tag.





Ich selbst hatte leider nicht das Vergnuegen das Riff und unsere Pontoon von oben aus dem Helikopter zu sehen, aber jeder berichtete wie wunderschoen es sei und die Bilder lassen keinen Zweifel...



Vor allem bei den Japanern war der Helikopter Pflicht und das Erste, wonach sie an Bord gefragt haben, um das Heart Reef zu sehen, das durch eine asiatische Comicserie beruehmt sei, wie mir erklaert wurde.


Als Theresa gegangen war, habe ich noch einen Gutschein uebrig gehabt und habe Aiden an einer meiner freien Tage aufs Boot mitgenommen. Da er schlimmer wie jedes Maedchen unter der Dusche ist, ihm auf dem Weg eingefallen ist, dass er seine Sonnebrille vergessen hat und wir dann, obwohl ich ihm extra eine fruehere Uhrzeit vorgegeben habe, zum Hafen rennen mussten. Gerade noch rechtzeitig sind wir zum check-in gekommen. Nach drei Kabas ist er dann wieder ins Koma gefallen.

Nachdem Aiden, als typisch ausgehungerter Backpacker, durch Cracker und Schokokuchen gestaerkt war und wir dann schon bald am Riff angkommen sind, konnte der Tag so richtig beginnen.






Gleich mit Schnorchelausruestung bewaffnet sind wir ins Wasser gesprungen, haben das ganze Riff abgeschwommen und sind gar nicht mehr aus dem Wasser bekommen. Aiden war wie ein kleines Kind voellig aus dem Haeuschen und erst als die letzte Ansage fuer das Mittagessen kam und er bald Schwimmhauete zwischen den Fingern bekam, hatte er genug. Nach zwei Tellern voll Garnelen, Huehnerschlaegel, Wraps und leckeren Salaten haben wir uns auf dem Sonnendeck niedergelassen und ein bisschen Sonne getankt. Bald ertoente auch schon wieder das Signal zur Abfahrt. Auf der Rueckfahrt genossen wir die letzten Stunden an Bord und in der Sonne. Einen schoenen Tag hatten wir gehabt mit reichlich Sonnenschein, Meer und Spass!





Noch ein letztes Bild am Abel Point, dann gingen wir zurueck zum Hostel – ich, gluecklich, Aiden einen schoenen Tag gemacht zu haben und Aiden, gluecklich, einen tollen Tagestrip mit mir gehabt zu haben und das ganz kostenlos.

 
Eine schoene Belohnung nach der Arbeit auf dem Boot waren auch die vielen schoenen Sonnenuntergaenge – mit die schoensten in meinem Leben-, die ich im Hafen gesehen habe.




 


In denen 3 Monaten, die ich an Bord gearbeitet habe, sind mir die Maedels, die auch als Cruise Attendant oder Cruise Director gearbeitet haben, richtig ans Herz gewachsen und ich hatte wirklich total viel Spass waehrend der Arbeit, da immer mal Zeit fuer ein Scherz war. Besonders mit einem Maedchen, Nichola, habe ich eine gute Freundschaft geschlossen. Mit ihr wurde es nie langweilig und wenn wir mal nicht arbeiten mussten, sind wir viel zusammen gewesen, waren shoppen oder sind oft abends zusammen ausgegangen. Als unsere Tage auf dem Schiff gezaehlt waren, da sie zurueck an die Uni zum studieren musste, und ich zum reisen weiterziehen wollte, haben wir uns auch noch einen Tag als Gaeste auf der Seaflight gegoennt.







Schon komisch war es fuer uns beide zu entspannen, wenn die anderen arbeiten mussten. Trotzdem haben wir es sehr genossen, haben zusammen einen Tauchgang gemacht, bei dem wir neben Feuerfischen, Clownsfischen und vielen weiteren bunten Fischen, eine Schildkroete gesehen haben. 

Wie immer viel zu schnell ging die Zeit um und so kam schliesslich mein letzter Arbeitstag auf der Seaflight, der eigentlich gar kein Arbeitstag war. An diesem Tag war naemlich Nationaltag, Australia Day. Da ich das und ein paar andere aber irgendwie verplant haben, kamen wir unnoetigerweise in Uniform, da heute keine Passagiere an Bord waren.

Es galt das Boot wieder ein bisschen auf Vordermann zu bringen – schliesslich wurden wir trotzdem bezahlt. Nach Treppen schruppen, Theken verzieren und alle moeglichen Grundputzarbeiten, war jedoch noch genuegend Zeit, um sich ein Eis zu goennen, Bloedsinn zu machen und wieder zum Kind zu werden.





Jeder hatte wirklich seinen Spass an diesem Nationalfeiertag. Wehmuetig habe ich ein letztes Mal Blick auf die Pontoon und das Riff geworfen.


Am Nachmittag und zurueck am Hafen, hiess es dann Abschied nehmen, von einem der wohl schoensten Arbeitsorte der Welt und von einer lieben, super unterhaltsamen und lustigen Crew, die schon ein bisschen Familie in der Ferne fuer mich geworden ist.
Nach der Arbeit habe ich mich dann mit Nichola und ein paar anderen vom Boot getroffen, um dann abends erst so richtig den Australia Day zu feiern.

 
Auf jeden Fall ein Tag der in Erinnerung bleibt, wie auch die ungefaehr anderen 100 Tage leben und arbeiten in Airlie Beach!