Dienstag, 23. Oktober 2012

Eeendlich da: Ayers Rock/ Uluru und Olgas/ Kata Tjuta

Um 4 Uhr morgens klingelte der Wecker, um weitere 100 km zu fahren und vor allem, um den Sonnenaufgang am Ayers Rock zu sehen. Immernoch war es stockdunkel und man konnte so viele Sterne wie auf dem Foto sehen plus 1 Million dazu addiert.

 



Ein bisschen mulmig beim Fahren war jedem noch vom Vorabend. Als es nun schon ziemlich hell war, kannte Aiden kein Erbarmen und man sah regelrecht das Feuer in seinen Augen: ICH WILL DEN SONNENAUFGANG AM AYERS ROCK SEHEN! Das Gaspedal auf 130 km/h durchgetreten und saemtliche irritierte Autofahrer ueberholt, immer der Frage nach „Welcher Felsen ist es denn nun und wo ist dieser Sonnenaufgang-Aussichtspunkt?“ Nach einer halben Runde um den Ayers Rock aber noch vor Sonnenaufgang haben wir es Gott sei Dank geschafft.
 
 
Der Aussichtspunkt war mit Asiaten ueberfuellt und jeder von ihnen wollte sein Ayers Rock-Peace-Zeichen-Foto in 100 verschiedenen Positionen haben. Der Sonnenaufgang an sich war schon schoen, so wirklich geniessen konnte man es aber leider nicht.
 
 

 
 
 
 
Dieser Felskoloss mit seiner rostroten Farbe und seinen relativ geradlinigen Formen war schon beeindrucken – fuer mich allerdings nicht Australiens Highlight.
 
 
 
 
Das Besteigen des Gipfels ist ein Tabu fuer die Aboriginies, da im Uluru jene Traumzeitwesen ruhen, die einst die Erde geschaffen haben sollen. Aus Respekt vor einer fremden Kultur und weil wir nicht den 10 km langen Rundweg laufen wollten, haben wir uns nachdem die Sonne schon steiler am Himmel stand, auf den Rueckweg gemacht.Und ausserdem hat sich der Hunger wieder gemeldet.
7 Uhr morgens auf dem Parkplatz vom Uluru wollten wir uns endlich unseren kleinen Gasbrenner anschmeissen und unsere Burger machen. Nach einer halben Stunde gaben wir es verweifelt auf, auch nur einen Funken zu sehen.


Bevor wir jedoch zum Campingplatz zurueck gefahren sind, habe ich darauf bestanden, die Olgas/ Kata Tjuta, eine Ansammlungen von 36 Felskuppeln zu sehen und zu dem lookout „Valley of the Winds“ zu laufen. Nach 50 Minuten Fahrt haben wir mein Ziel schliesslich erreicht.

Die Jungs hatten keine andere Wahl als mit mir zu laufen. Schon noch ein paar hundert Metern hat das Gepienze angefangen: „Es ist soooo heiss, ich sterbe. Ich will nicht mehr laufen. Charly, warum hast du so einen scheiss langen Weg rausgesucht?“. Ok auch wenn es gerade mal zehn Uhr war, hatte es schon 40 Grad und ohne Trinken ist man auf dem 2 stuedigen Marsch aufgeschmissen.

Eine weitere wahre Tatsache ist auch: hier gibt es 1 Felsen, aber 1 Mio. Fliegen. Und das sind nicht nette deutsche Fliegen. Nein die australischen Fliegen verwechseln einen Menschen vermutlich mit einer Kuh und sind auch nach endlos langen Abwehrversuchen resistent und fliegen kosequent ihren Lieblingslandeort, die Wimpern, Nase, Ohren uns sonstige unangenehme Regionen an. Selbst mit einer Sonnenbrille ist man nicht vor diesen Plagegeistern sicher.
Trotzdem haben wir es hier schon ein bisschen mehr genossen, weil die ganzen Asiaten am Ayers Rock vermutlich nicht so einen langen Weg in der Hitz laufen wollten. Man hoerte hier im Grunde nichts.
Auf dem Weg konnte ich meinen beiden Jungs etwas vom laufen ablenken...
Aber immer mal wieder kam ein schattenspendender Platz und eine leichte Brise, sodass der Weg einigermassen ertraeglich war.

 
 

Nach Auf- und Abstiegen sind wir endlich am Ausgangspunkt angekommen und den Panoramablick den man hier auf das Tal und die umgebenen Felskuppeln hatte, hat sich wirklich gelohnt – haben schliesslich auch die Jungs zugestimmt. Aber vor allem hat dieser Ort seinem Namen aller Ehre gemacht, sodass wir aus diesem Windkanal gar nicht mehr weg wollten.
 
 


Zum Glueck gab es auf dem Weg einen Brunnen, ansonsten haette der Rueckweg noch eine ganze Weile laenger gedauert. Noch ein letzten Blick und dann konnten Aiden und Steve es gar nicht mehr abwarten endlich etwas zwischen die Kiemen zu bekommen.
Doch zu frueh gefreut. Auf dem Campingplatz angekommen, haben wir nach einem neuen Kocher gefragt oder irgendetwas, mit dem wir unser Essen machen koennen. Dort konnte man uns leider auch nicht weiterhelfen. Aus Frust hat sich Steve im Shop eine Packung Gummibaerchen fuer 6 Dollar gekauft, was zu einer voelligen Eskalationzwischen Aiden und Steve gefuehrt hat...und jeder weiss, in welcher Art man sich Argumente und Schuldzuweisungen an den Kopf wirft, wenn man Hunger hat...Nachdem ich mir eine Weile das Drama mitangeschaut habe, habe ich nicht laenger gezoegert und Holz fuer ein Feuer gesammelt. Ich hab mich ein bisschen gefuehlt wie in der Steinzeit, aber wir hatten keine andere Wahl. Ein Vorteil hatten die 40 Grad plus hier schon: das Holz ist trocken und faengt total schnell an zu brennen. Meine Kueche, ein halber Ruecksitz war etwas klein aber ausreichend und ich hab sogar ein super Rost, naemlich ein Stueck Baustellenstahl gefunden!


Die Englaender warteten geduldig, bis die Deluxe-Burger mit Salat, Ruehrei, Tomaten, geroesteten Zwiebeln, Kaese und Fleisch fertig waren. Das Ergebnis war 2 glueckliche, nach 2 Megaburgern gesaettigte Jungs.

 
 
Nach dem ganzen Laufen waren wir schon sehr dreckig und so gabs nach Dauerkleben die wohl einzige Dusche im Outback.

Frisch und gestaerkt ging es dann Richtung Kings Canyon, wo wir am naechsten Tag hinwollten. Wieder den gleichen Weg zurueck, haben wir 20 Meter nach unserer verlorenen Radkappe auch unser Unglueckswesen gefunden.
Das Essen, Laufen und die Hitze haben Steves Augen ganz schoe schwer werden lassen, weshalb ich nach der Rast das Steuer uebernommen habe.


Der einzige nicht-luxorioese Campingplatz am Kings Canyon war mit 22$ pro Person immer noch zu teuer fuer uns arme Backpacker, weshalb wir beschlossen auf einem „Outback-Rastpatz“ zu parken. Dort sahen wir viele wilder Pferde und den schoen Sonnenuntergang waehrend wir das Album von Mumfords and Sons hoch- und runterspielten. Eine wirklich schoene Atmosphaere.


 
 


So ganz geheuer war es uns aber immer noch nicht in der Wildnis zu schlafen und ausserdem und so konnte ich die Jungs ueberzeuge, es zu wagen und uns einfach auf den Campingplatz zu schmuggeln. Wir sind reingefahren, am office vorbei und tadaa es hat geklappt. Nachdem wir ein paar Stunden lang dem Mondaufgang zuschauten und jeder mal aus der Weinflasche getrunken hat, waren wir erledigt und es war wieder Zeit unser Zelt aufzubauen.

Licht aus, Licht an, Licht aus Licht an. Es dauerte eine Weile bis wir ein Kleinteil aller Moskitos im Zelt beseitigt haben und noch viel laenger bis man endlich dem Juckreiz widerstehen konnte. Wieder wie 3 Oelsardinen lagen wir nebeneinander, mit dem Versuch sicht nicht zu beruehren, der klaeglich scheiterte.

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